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Ich möchte euch von meinen Erfahrungen mit dem Favero BePRO Wattmesssystem berichten. In den Markt der Leistungsmesser ist in den letzten Jahren und sehr viel Bewegung hineingekommen. Die Systeme, lange aufgrund des Preises nur Profis vorbehalten, werden immer erschwinglicher. Eine gute Übersicht der auf dem Markt verfügbaren Systeme, auch einiger Exoten, gibt es bei DC-Rainmaker: www.dcrainmaker.com

Warum Wattmesssung?

  • Direkter als Puls (gesteuertes Training); vorallem beim Intervalltraining interessant, bei dem Puls oft erst den gewünschten Wertebereich erreicht wenn das Intervall bereits wieder zu Ende ist.
  • Unabhängig von äußeren Einflüssen. Fahre ich die selbe Strecke einmal mit Rücken- und einmal anderes mal mit Gegenwind so variiereren meine Geschwindikeits- und/oder Pulswerte unter Umständen enorm. Fahre in nach Leistung kann ich die selbe Einheit mit gleicher Intensität wiederholen.
  • Gezielt das Training auf der Grundlage von Watt zu Steuern hat den Vorteil.
  • Analyse von Werten wie der rechts/links Kraftverteilung. Hierbei bin ich jedoch etwas skeptisch, ob der Mehrwert gegeben ist im Bezug darauf diese beeinflussen zu können/sollen.
  • Anreiz das Training danach zu gestalten und neue Impulse zu setzen. Ein zugegebener Maßen softer Fakt.
  • Mehr Daten zur Verfügung zu haben ermöglicht eine noch genauere Trainingsplanung, da Defizite in Bereichen schneller lokalisiert werden können.

Welche Kriterien / Anforderungen?

Was war mir wichtig beim Vergleich der System? Worauf habe ich geachtet bei der Auswahl des für mich geeigneten Wattmesssystems.
Die Kriterien sind natürlich sehr individuell und subjektiv, daher gilt es für jeden selbst zu definieren, was einem wichtig ist an einem Wattmesssytstem. Für mich waren die folgenden Punkte Entscheidungskritieren:

  • Wechselbar zwischen Rädern bspw. Zeitfahrrad und Rennrad
  • Preislich unter 2000 €
  • Einfache Montage
  • Montierbar ohne Spezialwerkzeug oder Werkstatt, um es auch an Leihrädern verwenden zu können
  • Akkulaufzeit
  • Ausfallsicherheit

Nice to have:

  • Beidseitige Messung, um Gesamtabweichungen möglichst gering zu halten.
  • Geringes Gewicht
  • Nachvollziehbarkeit der Messung
  • Geringer Kalibierungsaufwand

Da bei mir alle Systeme auf ANT+ funktionieren, habe ich den Gesichtspunkt Kompatibilität mit Bluetooth ausser acht gelassen.

Das BePro System arbeitet, eigentlich wie das sehr verbreitete Garmin Vektor, pedalbasiert mit Look Kéo Pedalen. Dies hatte für mich den Vorteil, dass ich meine Schuhplatten / Cleads nicht verändern musste.

Das BePro Wattmessystem ist in zwei Varianten verfügbar: Einer sog. S-Variante, die nur ein Messpedal beinhaltet und der teureren bei der das System zwei Mess-Pedeale hat. Mein Test bezieht sich auf das (teurere) System mit zwei Pedalen.

Montage:

Die Montage der Pedale ist für Nicht-Handwerker, wie ich einer bin, gut machbar. Alles benötigte Werkzeug ist im Lieferumfang enthalten und so hat mich das Abschrauben der alten Pedale und die Montage der Neuen keine zehn Minuten gekostet.

Kalibrierung:

Montiert sind die Pedale also schnell und einfach. Damit sind sie aber noch nicht einsatzbereit.

Step 1: (wie mit jedem neuen Sensor am Rad): das Pairen mit dem Radcomputer (ANT+). Bei mir hat der Garmin Edge sie sofort erkannt. Hier sollte man, falls man die Montage im Radkeller (auswärts) vornimmt aufpassen, dass man die richtigen (die eigenen!) Pedale pairt und nicht die des Nabenmannes. Ggf. kann die (vierstellige) Gerätenummer abgeglichen werden.

Step 2: Das Eingeben der Kurbelarmlänge (über das Menü des Radcomputers – bei mir der Garmin Edge 520).
Step 3: Eine erste, sogenannte dynamische, Kalibrierung ist noch erforderlich. Diese gleicht leichte Imperfektionen der Montage und der jeweiligen Ausrichtung der Pedale ab und aus. Dazu gibt es keinen Button und keine Funktion an Garmins oder anderen Radcomputern, sondern diese dynamische Kalibrierung muss durch ein besonderes Prozedere eingeleitet werden:

Man braucht eine (am besten relativ ebene) Strecke (oder einen Rollentrainer), auf der man aus der Fahrt heraus zuerste 11 Kurbelumdrehungen rückwärts macht (mit etwa 60er Kadenz). Dann gehen die Pedale in den Modus zur dynamischen Kalibrierung. Sie zeigen das an ihren Leuchtdioden an, die ich aber in der Fahrt schwierig eindeutig erkennen kann. Besser und viel leichter sieht man das am Radcomputer, denn dort verschwindet der gemessene Wattwert. Jetzt muss man 40 Sekunden lang gleichmäßig vorwärts treten. Etwa mit 80er Kadenz (plus minus 5 bis 8 Umdrehungen). Wenn das erfolgreich war, erscheint auf dem Radcomputer wieder der Wattwert und alles ist OK.

Weitere Einstellungen:

Die Auslösehärte der Pedale ist mithlife eines Innensechskant einfach einstellbar und kann an die persänlichen Bedürfnisse oder Gewohnheiten angepasst werden. Das Pedalspiel erscheint mir recht groß. Hier muss wohl die Feder eingestellt werden?

Nachteile:

  • Empfindliches Teil am Pedal. Sollte dieses durch Unaufmerksamkeit in der Kurve oder dergleichen einmal auf dem Asphalt aufsetzen ist eine Beschädigung des Wattmessers nicht ausgeschlossen.
  • Die Akkulaufzeit mit 30h angegeben: An das Laden der Pedale sollte man also stets denken. Dank des Micro-USB-Anschlusses jedoch mit jedem Handyladegerät möglich.

Ich bin gespannt, wie es sich die nächsten Wochen im Langzeittest verhält und werde noch einmal berichten.