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Ich berichte euch heute aus meinem Trainingslager 6 km nördlich von Paphos auf Zypern. Ich habe mich /hier für 10 Tage an der sonnigen Coral Bay einquartiert, um dem Winter in Deutschland zu entfliehen. Vor allem, was das Radfahren angeht ist mir das denke ich sehr gut gelungen. Die Rocky Highlands bieten schöne lang gezogene Anstiege, die Küste eine landschaftlich abwechslungsreiche Kulisse und die Straßen im Hinterland sind von Autos kaum befahren. Es gibt hier etwa so viele Ziegen wie Schlaglöcher auf den Straßen – daran gewöhnt man sich aber schnell.

Organisiert ist das hier stattfindende Camp von Michael Krell. Die Atmosphäre ist sehr locker und fast schon familiär. Alle Einheiten versehen sich als Angebot und niemand muss irgendetwas mitmachen. Man profitiert aber auf jeden Fall von der ortskundigen Führung.

Eigentlich dachte ich, dass ich in meinem sehr großzügigen, gut ausgestatteten Hotelzimmer (mit Meerblick!) neben dem Training jede Menge Zeit habe zu arbeiten. Ich musste mich die vergangenen Tage aber wirklich ranhalten etwas zu schaffen, sodass mein Tag bereits immer um 6:00 begonnen hat, um noch vor den ersten Einheiten zumindest die E-Mail durchgearbeitet zu haben. Die Umfänge, insbesondere zeitlich gesehen, sollte man also wahrlich nicht unterschätzen.

Wie trainiert man hier so?

Laufen geht immer, jedoch meist auf Straße. Heute geht es zum Laufen in den Nationalpark, wo es schöne Trails geben soll.

Radfahren an der Küste entlang durch eine Vielzahl von Kreisverkehren ist in Gruppe erst einmal gewöhnungsbedürft aber man ist schnell drin. Ist es windig profitiert man aber vom Gruppefahren und den immer wieder stattfindenen Führungswechseln. Den Linksverkehr fand ich ehrlich gesagt im Leihwagen die erste Stunde lang gruseliger als auf dem Rad. Man muss sich nur bei Stopps einfach immer daran erinner „linke Seite losrollen & Garmin an“…irgendwann geht das ganz von allein.

Schwimmen, meine nicht mal Hass- sondern einfach nur Extrem-Schwach-Disziplin, kann man hier im abgeleinten, stets auf 28°C beheizten, 50-Meter-Pool. Die Dieselheizung funktioniert hervorragend und wenn man nicht über die Öko-Bilanz von mehr als 600 Litern Diesel, die das Hotel dafür am Tag verbrennt, nachdenkt, eine klasse Sache 😉

Wie ist das Wetter?

Die ersten zwei Tage waren wirklich superschön warm und sonnig, sodass kurz-kurz gefahren werden konnte. Mittlerweile ist es leider etwas frisch geworden (15°C) und gerade bei den Abfahrten muss man wirklich alles anziehen, was man so dabei hat. Von Regen keine Spur und der Himmel klar und blau. Den Gegenwind auf der Küstenstraße muss man als Trainingspartner verstehen beziehungsweise man sollte/darf sich nicht daran stören. Zum Glück wird jeder Gegenwind irgendwann auch zu Rückenwind.

Eine soziale Komponente hat das Ganze natürlich auch. Ich habe hier schon viele nette Leute kennengelernt und auch spannende Gespräche geführt.
Gestern beispielsweise bei dem Anstieg über 1000 Hm (nie mehr als 8-9%) hat mir Trainingslagerteilnehmer Bob, ein Engländer, von seiner Harder Than Steel-Lauftrainingstaktik berichtet. Ob ich diese wirklich verflogen würde, und im Training bei 35 km Läufen davon 16-20 km schneller als das angestrebte Wettkampftempo laufen würde, wage ich zu bezweifeln, aber glauben darf man dem schon 3x auf Big-Island gewesenen Hawaii-Ironman auf jeden Fall.

Ob ich wieder nach Zypern zum Training fliegen werde? Warum nicht – natürlich ist Griechenlanda nders als Italien, welches ich vom flair her sehr schätze, und die Distanz von Zuhause ist gut dafür was man an Trainingsmöglickeiten auch im Bezug auf Temperaturen geboten bekommt.